Die Heilpflanze Kümmel

Die Heilpflanze Kümmel

Herkunft und Vorkommen

Kümmel zählt zwar zu den ältesten bekannten Heilpflanzen, welche auf mehr als 3500 Jahre alten Schriftrollen des alten Ägyptens erwähnt werden, doch in der Antike war Kümmel als Heilmittel nicht bekannt. Erst im Jahre 1551 erwähnte ihn Hieronymus Bock in seinen Schiften und vermerkte, das „….dieser Kymmel nunmehr auch allenthalben breuchlich“ sei. Er wurde im Jahre 1498 an bis heute unbekanntem Ort geboren und gilt als deutscher Botaniker, Arzt und lutherischer Prediger. Er verstarb im Februar des Jahres 1554 im heute pfälzischen Hornbach.

Als Ursprungsgebiet von Kümmel gilt Eurasien. Seine Verbreitung in Europa erstreckt sich bis nach Sibirien. Kümmelpflanzen können eine Höhe von einen Meter erreichen, welche in den Monaten Mai und Juni weißfarbene Blüten ausbilden. Früchte können im Abstand von zwei Jahren in den Monaten Juli und August gesammelt werden, welche zur weiteren Verwendung sorgfältig getrocknet werden müssen.
Als hauptsächliche Wirkstoffe von Kümmel wird ätherisches Öl genannt. So enthalten Samen mehr als drei % ätherisches Öl. Bei neueren Züchtungen beläuft sich dieser Wert auf mehr als sieben %. Im ätherischen Öl stellen Carvon und Limonen mit 60 % den Hauptbestandteil dar. Zu weiteren Inhaltsstoffen zählen Fettsäuren, Eiweißstoffe, Kohlenhydrate, Gerbstoff, Myrcen, Zellulose, Cumarine, Polysaccharide, Limonen und Carvon. Nicht zu vergessen ist der hohe Vitamin C Gehalt einer frischen Pflanze.

Seine Verwendung

Kümmel kann sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze verwendet werden.

In der Volksmedizin bzw. der Naturheilkunde wird Kümmel zur Anregung der Verdauungsorgane, zur Unterdrückung von Krämpfen, zur Linderung von Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt und kann auch gute Dienste beim Auftreten von nervösen Herz- und Magenbeschwerden leisten. Auch zur Förderung der Bildung von Muttermilch kann Kümmel herangezogen werden. Auch als Mundwasser sowie als Zusatz für das Badewasser wird er verwendet.

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In alten Legenden wird davon berichtet, dass beim Backen von Brot Kümmel nicht vergessen werden sollte, da dadurch Kobolde und Waldgeiste verärgert würden. Als Abwehr gegen Dämonen wird Kümmel auch aktuell noch in einigen Regionen Europas während der Nacht zum Johannistag, dem 24. Juni, geerntet. Wer unter Leibschmerzen litt, sollte Kümmel einnehmen, welcher während des Ave-Läutens, also während der Abendglocken, mit den Zähnen gepflückt werden sollte. Weiters wird berichtet, dass einem Kind ein Topf mit gekochten Kümmelkörnern unter das Bett gestellt, dies Dämonen vertrieben haben soll.

Aussagen wie „Kümmelbrot macht Angst und Not“ oder „Kümmelbrot ist unser Tod“ gelten aktuell in einigen Gebieten Europas als geflügelte Worte. Kümmel soll nicht nur gegen Hexen und bösen Zauber eingesetzt worden sein, zum Schutz vor Dämonen soll Kümmel und Salz auch Verstorbenen in Särgen mitgegeben worden sein. In Ställen wurde Kümmel verstreut, um von Nutztieren Krankheiten fern zu halten. Während der Osterzeit wurden vor allem von alten Menschen am Gründonnerstag Kümmelplätzchen im Glauben verspeist, dass dies das ganze Jahr vor dem Befall von Flöhen und Läusen schützt.

Kümmel und Gesundheit

Kümmel wird aktuell bei der Zubereitung von Gerichten mit Curry verwendet. Besonders intensiv schmeckt er, wenn er vor dem Kochen anröstet wird. Zusammengefasst kann Kümmel gegen Blähungen, Magenschwäche und –krämpfen, Magen- und Darmkrämpfen eingesetzt werden. Zudem wirkt er milchbildend und verdauungsanregend. Verwendet werden Samen und Wurzeln, welche während der Monate Juni und Juli gesammelt werden sollen. Für die Zubereitung von Kümmeltee, etwa gegen Bauchschmerzen, sollten je ein Esslöffel Fenchel- und Kümmelsamen sowie getrocknete Minzeblätter in eine Teekanne gegeben werden.

Anschließen muss das Gemisch mit heißem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten stehen gelassen werden. Für Kümmelmilch für Kinder wird ein Teelöffel Kümmelsamen mit einer Tasse heißer Milch aufgekocht und bis 30 Grad wieder abgekühlt, bis diese in der Lage sind, den Tee zu sich zu nehmen. en lassen und dem Kinde zu trinken geben.
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Die Kümmelpflanze wird zur Familie der Doldengewächse gezählt, wobei zu beachten ist, dass innerhalb dieser Familie auch zahlreiche giftige Arten existieren. Bestandteile von Kümmel sollten jedoch dann nicht zu sich genommen werden, wenn Allergien gegen Korb-oder Doldenblütler vermutet werden bzw. bekannt sind. Zu beachten ist auch, dass im Rahmen langanhaltender Einnahmen von hohen Dosierungen, Schädigungen von Leber und Nieren Schaden eintreten können.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/7186/

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